Hogwarts - The magical school

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Das Frühstück an diesem schönen Samstagmorgen ist gerade vorbei und nun steht es den Schülern frei, nach Hogsmeade zu gehen oder ihre Zeit auf dem Schlossgelände zu verbringen.
 
 
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 Sommerferien (Jerry & Marlène)

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Jeremy Messy
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mo März 09, 2009 11:05 pm

Jerry landete zusammen mit Marlène in der dunklen Küche der Messys. Ein Lichtstrahl fiel vom Gang in die Küche. Jerry hörte dumpfe Stimmen aus dem Wohnzimmer gegenüber. Er warf einen kurzen Blick auf die Küchenuhr. Es war viertel vor zehn Uhr abends.
Doch schon so spät., dachte er überrascht. Die Zeit war, im wahrsten Sinne des Wortes, wie im Flug vergangen. Er nahm Marlènes Hand (sein Körper hatte die Kontrolle über sein Gehirn übernommen) und sagte: „Komm, ich stell dich meinen Eltern vor.“ Die Tür zum Wohnzimmer, dem größten Raum im Haus, war angelehnt. Er schielte hinein. Sein Vater schnarchte auf dem Sofa, während seine Mutter auf einem Sessel saß und ein Kreuzworträtsel löste. Der Fernseher lief. Er klopfte vorsichtshalber an den Türrahmen, um seine Mum nicht zu erschrecken. Sie wandte den Kopf und Jerry stieß die Wohnzimmertür auf.
„Jerry! Da bist du ja endlich!“, rief seine Mutter verärgert. „Dan, hey Daniel. Dein Sohn ist endlich aufgetaucht.“ Sie stupste Jerrys Dad an der Schulter, doch dieser gab nur einen noch lauteren Schnarcher von sich. „Wo, zum Teufel, hast du gesteckt! Ich hab mir Sorgen gemacht! Keine Nachricht, kein gar nichts. Ich komm nach Hause und du bist nicht da! Ich hab sogar David und Kim angerufen, nachdem Nick auch nicht wusste, wo du bist!“ Jerry setzte ein, wie er hoffte, gewinnendes Lächeln auf und sagte so schuldbewusst, wie er konnte: „Hi Mum.“ Er warf Marlène einen Blick zu und verdrehte die Augen. Verstehst du jetzt, was ich meine?, sollte das bedeuten. „Komm mir nicht mit ‚Hi Mum’. Du weißt, dass ich es nicht leiden kann, wenn ich nicht weiß, wo du dich rumtreibst! Ach ja, weißt du was komisch war? Als ich heimgekommen bin, war eine Katze im Haus! Wie kommt die denn hier rein? Ich mein, ein Fenster war nirgendwo offen. Zum Glück saß Rascal in seinem Käfig. Ich hab sie natürlich gleich hinaus gejagt.“ Jerry drückte, bei den Worten seiner Mutter, Marlènes Hand. „Mum, jetzt beruhige dich, okay? Ich bin ja jetzt wieder da. Überhaupt, eigentlich möchte ich dir jemanden vorstellen.“ „Hä?“
Er trat ein paar Schritte in das Wohnzimmer und zog Marlène mit sich. Er grinste breit und sagte irgendwie stolz: „Mum, das ist Marlène.“ Brooke Messy stand im ersten Moment das Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, aber als sie Jerrys nachdrücklichen Gesichtsausdruck sah, schien ihr plötzlich ein Licht aufzugehen. „Ooooh.“, sagte sie und Jerry wusste in diesem Moment, von wem er seine manchmal „intelligenten“ Reaktionen geerbt hatte. Brooke legte ihr Rätselheft weg und stand auf. „Du bist Marlène? Freut mich, dich kennen zu lernen. Jerry hat schon von dir erzählt.“, sagte sie und reichte Marlène die Hand. Sie grinste die beiden auf eine, zumindest für Jerry, unangenehm wissende Art an. Jerry nutzte die Stille, um zu erklären, dass Marlène einige Tage bleiben würde. Den genauen Grund sagte er nicht. Aber das schien Brooke nicht weiter zu kümmern. Wie er vermutet hatte, freute sie sich ungemein, eine weitere Person im Hause zu haben, die sie bemuttern und versorgen konnte. Danach verabschiedeten sich Jerry und Marlène nach oben, nachdem Jerry noch die restliche Pizza aus der Küche stibitzt hatte. Anscheinend hatte seine Mutter keine große Lust zu kochen gehabt. „Glaubst du, Artemis findet sich draußen zurecht, oder sollen wir sie lieber suchen gehen? Tut mir Leid, dass meine Mum sie rausgeworfen hat, aber ich kann verstehen, dass sie ziemlich verwirrt gewesen sein muss.“, sagte Jerry, während sie nach oben in sein Zimmer gingen.


Zuletzt von Jeremy Messy am Di März 17, 2009 1:01 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Marlène Curtis
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 10, 2009 12:13 am

"Ach was. Artemis ist eine unabhängige Katze. Die streunt manchmal tagelang alleine irgendwo rum.". Marlène winkte ab und folgte Jerry über die schmalen Treppe nach oben. Die Pizza roch verdammt gut, fiel ihr auf, vor allem als sie sie in den geschlossenen Raum gebracht hatten, wo sich ihr Duft binnen Sekunden ausbreitete; es war wohl schon eine Weile her, seit sie die Nudeln gegessen hatten, und abgesehen davon hatte das Fliegen sie auch hungrig gemacht wie sonst was. Sie war froh, als Jerry ihr ein Stück reichte und sie sich im Schneidersitz auf den Boden hocken konnte, wo sie die Pizza genüsslich aß (bemüht, das nicht allzu ungesittet und hastig zu tun). Ah, wirklich das war doch alles purer Luxus hier. Es war so schlicht und trotzdem so viel mehr wert als alles, was es in der riesigen Villa ihrer Mutter gab. "Deine Mutter scheint ganz nett zu sein", bemerkte sie dann, nachdem beide einen Moment lang schweigend gefuttert hatten. "Wahrscheinlich genau, wie eine Mutter sein sollte. Schon allein, dass sie sich Sorgen um dich gemacht hat, mein ich.". Sie zuckte unbestimmt mit den Schultern. Da war kein Neid in ihrem Inneren, als sie das sagte; kein missgönnendes Gefühl, kein Nagen, was ihr die Möglichkeiten vorschrie, die sie mit einer besseren Mutter als Nadine Alegra Curtis gehabt hätte. Sie empfand überhaupt nichts außer die warme, gemütliche Müdigkeit, die jetzt, nachdem ihr Magen befriedigt war, erst recht in ihr aufzusteigen begann. Es war doch gut, dass Jerry eine nette, normale Mutter hatte, die sich um ihn kümmerte.
Zufrieden streckte sich Marlène auf dem Boden aus, verschränkte die Arme unter dem Kopf und sah hinauf an die Decke. "Wow, ich glaub, ich könnte jetzt so einpennen.", murmelte sie und gähnte verhalten. Es war bestimmt toll, unter diesem Dach einzuschlafen und am nächsten Morgen auch hier aufzuwachen. Sie lächelte, als sie sich das vorstellte, und konnte ein erneutes Gähnen doch nicht unterdrücken.
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Jeremy Messy
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 10, 2009 5:17 pm

"Ja, nett ist sie schon.", meinte Jerry über seine Mutter. "Aber sie macht sich einfach zu viele Sorgen. Ich mein, immerhin bin ich ja schon achtzehn! Ich schätze, ich kann auf mich selbst aufpassen." Er grinste und mampfte die Pizza. Mit einem Schlenker seines Zauberstabs schaltete er das Radio an. Jerry konnte ohne Musik nicht leben. Immer und überall brauchte er Beschallung, besonders in geschlossenen Räumen. Er legte sich ans Fußende seines Bettes und beobachtete Marlène, wie sie mit geschlossenen Augen auf dem Boden lag und ziemlich zufrieden aussah. Es freute ihn sehr, dass sich Marlène anscheinend bei ihm wohl zu fühlen schien.
Er lachte, als Marlène sagte, dass sie auf der Stelle einschlafen könnte. "Aber doch nicht auf dem harten Boden! Mein Bett ist viel bequemer." Und außerdem groß genug für zwei Leute., hängte er in Gedanken dran. Er nahm ihre Hand und zog sie vorsichtig zu sich aufs Bett. Etwas unsicher sah er sie an. Er wollte nichts überstürzen. Jetzt schien Marlène wieder etwas mehr aus sich heraus zu gehen und das wollte er auf keinen Fall vermasseln, indem er zu aufdringlich wirkte. Trotzdem wollte er die Frage klären, wo sie heute übernachten wollte. "Marlène, wie wollen wir das eigentlich mit dem Schlafen regeln?", fragte er und war ihr einen schnellen Blick zu. "Magst du lieber im Gästezimmer übernachten, oder bei mir im Zimmer? Der Haken bei der Sache ist, dass ich weder einen Schlafsack habe, noch eine Liege noch sonst was, sonst hätte ich auf dem Boden schlafen können und du im Bett." Er machte eine kurze Pause und sah sie nachdenklich an. "Wenn's dich nicht stört, kannst du bei mir im Bett schlafen." Augenblicklich lief er rot an.
Reiss dich zusammen., ermahnte er sich. Das ist doch eigentlich nichts dabei! Wir sind nur zwei Menschen, die zusammen in einem Bett schlafen. Wo liegt dabei das Problem?
Wenn er so darüber nachdachte, hatte er eigentlich noch nie ein Problem damit gehabt, mit Mädchen zusammen in einem Bett zu schlafen. Wenn er Cleo besuchte, machte er das grundsätzlich.
Aber Cleo ist ja auch eine Ausnahme!
Jerry versuchte seine Verlegenheit zu überspielen, indem er sich rücklings aufs Bett fallen lies und seine Arme und Beine ausstreckte. "Groß genug ist es ja." Dann rollte er sich zur Seite und stützte seinen Kopf in seine Handfläche, sodass er Marlène ansehen konnte. "Was meinst du?"
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 10, 2009 10:26 pm

"Kann es sein, dass du mich amnachst?", fragte Marlène süffisant, als Jerry sie sanft neben sich aufs Bett zog. Wahrscheinlich würde er gleich rot wie eine Tomate werden.
Für einen Moment war sie sich jedoch nicht sicher, was er als nächstes vorhatte, ob er es auf die langsame Tour versuchen oder direkt über sie herfallen würde - und gleich darauf ärgerte sie sich über sich selbst. Das hier war Jerry, verdammt, nicht irgendein notgeiler kleiner Junge, der das erste Mal mit einem Mädchen allein in seinem Zimmer war! Er war nicht nur zwei Jahre älter als sie, sondern wahrscheinlich auch erfahrener. Nicht, dass sie noch nie was mit einem Jungen gehabt hätte - in jeglicher Hinsicht, bis auf die Liebe vielleicht - aber das ließ sich wohl nicht richtig vergleichen. Jedenfalls schalt sie sich in Gedanken eine Närrin, als Jerry sich nur wieder auf den Rücken drehte und an die Decke starrte. Das, was sie bisher mit männlichen Wesen angefangen hatte, war auch ein Teil ihrer rebellischen Zeiten gewesen, nichts Ernstes. Ihr selbst hatte das gar nichts ausgemacht. Sie hatte einfach nichts dabei gefühlt, wenn sie jemanden - zumeinst jugendliche Muggel aus ihrer Siedlung - geküsst oder sonst etwas gemacht hatte. Sie hatte auch nichts gefühlt, wenn sie morgens im St. Mungo aufgewacht war, weil sie zu viel getrunken hatte. Wenn sie Jerry so ansah - Zeiten wie diese hatte er garantiert nie erlebt. Wahrscheinlich war er dazu zu sensibel, was sie allerdings überhaupt nicht als eine negative Eigenschaft auffasste.
Seufzend streckte sie sich neben ihm aus, ebenfalls mit den Händen unter dem Kopf, und drehte den Kopf leicht zu ihm.
"Ach ja, mir ist es gleich. Ich bin nicht wirklich berührungsempfindlich, weißt du. Allerdings hab ich bis auf Hogwarts noch nie wirklich weg von zu Hause geschlafen - ich hatte nie Freundinnen, bei denen ich pennen konnte. Hätts aber auch gar nicht gedurft, nehm ich mal an.". Sie zuckte mit den Schultern, was sich liegend doch als relativ schwierig herausstellte.
"Wenn es dich nicht stört, bleib ich hier."
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mi März 11, 2009 1:46 am

„Ja, kann sein.“, sagte Jerry leise und lächelte Marlène sanft an. Sie hatte gerade eine völlig neue Seite von sich gezeigt, die Jerry noch anziehender, noch hinreißender fand. Er ermahnte sich zur Selbstbeherrschung. Er konnte ihren unverkennbaren Duft riechen, der ihn einzuhüllen schien. Sie lag so nah neben ihm und doch berührten sie sich nicht. Diese Distanz, die immer noch zwischen ihnen war, machte ihn ganz nervös. Er wollte sie endlich an seinem Körper spüren können und das nicht nur für ein paar kurze Augenblicke. Er wollte sie im Arm halten, ihre zarte Haut streicheln und durch ihre Haare fahren. Aber er hielt sich mal wieder zurück. Warum wusste er selber nicht. Jerry war sowohl ein Gefühls- wie Kopfmensch und meistens hielt er beides in der Waage. Marlène brachte dieses Gleichgewicht auseinander und Jerry konnte nicht sagen, worauf er besser vertrauen sollte.
„Aber Anmachen sieht bei mir noch mal ganz anders aus.“, sagte er dann grinsend und zwinkerte Marlène an. „Und ich möchte, dass du bei mir bleibst.“, sagte er nachdrücklich. „Was heißt, ich möchte. Ich will! Wie gesagt, du wirst mich so schnell nicht mehr los.“ Er biss sich auf die Lippe und überlegte, ob er seinen Gedanken aussprechen sollte. Er entschied sich dafür, denn diese Ungewissheit machte ihm doch mehr zu schaffen, als er gedacht hatte. „Bei dir bin ich mir da aber nicht so sicher. Ich hab Angst, dass du mir abhaust.“ Er sah sie ernst an und dann siegte Gefühl über Verstand. Er rutschte zu Marlène und überbrückte so den letzten körperlichen Abstand zwischen ihnen. Jerry vergrub sein Gesicht irgendwo an ihrem Hals. Er fühlte ihre Haare, wie sie auf seine Haut fielen und er bekam eine Gänsehaut. Er hatte die Augen geschlossen und genoss einfach nur ihre Nähe. In diesem Moment war alles unwichtig geworden.
Jerry gluckste über sich selbst. Dann brachte er wieder etwas Abstand zwischen sie beide, sodass er sie ansehen konnte. „Mann, was bin ich nur für ein gefühlsduseliger Mensch. Liegt bestimmt in der Familie. Meine beiden ältesten Brüder sind auch solche Gefühlsmenschen, nur Nick hat sich da einigermaßen im Griff. Aber ich kann bei dir irgendwie nicht anders. Wahrscheinlich hab ich mich gerade voll blamiert.“
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mi März 11, 2009 8:22 pm

"Wer weiß - vielleicht tue ich das auch.". Marlène seufzte leise und sah gedankenverloren an die Decke. Die Stelle, an der Jerrys Gesicht eben noch gelegen hatte, prickelte leicht, aber nicht auf eine unangenehme Art und Weise.
"Weißt du, das Problem ist einfach, dass jemand wie ich dich nie und nimmer glücklich machen kann. Klingt zwar scheiße, aber mir fällt grad keine bessere Formulierung ein. Naja. Ich mein, schau dich doch mal um - du kannst >Liebe< definieren. Ich kann das nicht.". Sie drehte sich ihm zu und sah ihn nachdenklich an, streckte eine Hand aus und zwirbelte leicht eine braune Haarsträhne um ihren Zeigefinger.
"Klar, ich hab davon gelesen und Filem darüber gesehen, aber empfunden - nie.". Abermals stockte sie einen Moment lang und sammelte ihre Gedanken, bevor sie fort fuhr.
"Du hast deine Eltern und deine Brüder und deine Freunde aus der Schule. Wahrscheinlich hast du auch schon mal eine Frau geliebt und weißt, wie das ist. Und jetzt guck dir mich an.". Sie machte eine ausschweifende Bewegung, die sie einfassen sollte. Eigentlich hatte sie gehofft, dieses Gespräch noch verschieben zu können, aber wenn es nun einmal kam, dann musste sie reinen Tisch machen - egal was das anrichten würde.
"Meine Eltern dagegen sind geschieden und beide total vermurkst - mein Vater ist ein Todesser, ich bitte dich, und meine Mutter ist ein lebensunfähiges emotionales Wrack.". Sie deutete abermals auf sich. "Niemand könnte ernsthaft annehmen, dass ich unter diesen Vorraussetzungen irgendwie beser bin. Nicht einmal du kannst das, wenn du ehrlich bist.". Sie löste die Hand wieder aus seinen Haaren und richtete sich auf. Es war leichter als gedacht, das alles auszusprechen. Bisher hatte sie noch nie wirklich so offen mit jemandem geredet - über kein Thema, wenn man es genau nahm, und schon gar nicht über das, was sie tatsächlich dachte und war.
Mittlerweile fröstelte sie leicht, daher schlang sie die Arme um die angezogenen Knie und legte den Kopf schräg darauf, ohne den jungen Mann neben ihr aus den Augen zu lassen.
"Es ist nicht, dass ich dich nicht mögen würde, Jerry. Im Gegenteil, ich mag dich sogar ziemlich gerne, würde ich sagen.". Sie zuckte die Schultern. "Aber ich glaube, ich würde dich früher oder später bloß verletzen."
Ihre Worte klangen schrecklich endgültig in ihren Ohren wider; dabei hatte Marlène nicht sagen wollen, dass sie nicht mit ihm zusammen sein wollte. Jerry war verständnisvoll und sie fühlte sich bei ihm geborgen; gleichzeitig aber schreckte sie vor jeder engeren Bindung als einer Zufallsbekanntschaft zurück. Sie konnte andere einfach nur verletzen - sie verletzte sich selbst ja selbst schon andauernd durch ihre Dummheiten.
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Jeremy Messy
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mi März 11, 2009 10:49 pm

Irgendwie hatte Jerry vermutet, dass sie so was sagen würde. Aber es war dann doch noch mal etwas anderes, es tatsächlich zu hören. Jerry hatte wortlos dagelegen und Marlène die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen. Während sie erzählte, hatte sie sich aufgesetzt, hatte sich von ihm wegbewegt. Jerry würde auf keinen Fall zu lassen, dass sie ihm „verloren“ ging.
Er seufzte und setzte sich auf. Einen Moment überlegte er, wie er alle seine Gedanken formulieren konnte. „Also erstens werde ich sicher nicht zu lassen, dass du mir abhaust. Damit das schon mal klar ist.“ Er grinste und tippte Marlène auf die Nasenspitze. Dann wurde sein Gesicht wieder ernster. „Du hast recht, vielleicht wirst du mich früher oder später verletzten. Es kann aber auch genauso gut andersherum laufen. So ist das, wenn man mit anderen Menschen zu tun hat. Jeder verletzt jeden doch irgendwas, und wenn’s manchmal nur ein Blick ist, den man falsch interpretiert. Aber dieses Risiko geh ich ein.“ Er lächelte sie an. „Ich kenn zwar deine Eltern nicht, aber ich bin mir sicher, nein, ich weiß, dass du besser, sehr viel besser bist, als sie.“ Er nahm ihre rechte Hand und legte sie auf sein Herz, das erstaunlich schnell pumpte. „Und du machst mich übrigens schon glücklich. Tut mir leid, dir das sagen zu müssen.“ Er machte ein unschuldiges Gesicht und zwinkerte sie an. „Marlène, egal was dir deine Eltern gesagt haben, für mich bist du etwas Besonderes. Weißt du noch, als wir uns das erste Mal so richtig unterhalten haben? Als du über meine Bücher gestolpert bist?“ Er musste lachen, als er daran dachte. „Ich glaube, dass war unter anderem das Beste, was ich je gemacht hab, meine Bücher fallen lassen. Seit diesem Tag lässt du mich nicht mehr los.“
Jerry nahm ihre Hand von seiner Brust und hauchte einen Kuss auf ihren Handrücken. Ihre weiche Haut an seinen Lippen verursachte eine Kurzschlussreaktion. Ohne groß weiter darüber nach zu denken, zog er sie sanft, aber doch bestimmt zu sich her. Er lies ihre Hand los und umfasste stattdessen ihr Gesicht. Das letzte was er sah, waren ihre kleinen Sommersprossen, die ihn von Anfang an fasziniert hatten...
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Do März 12, 2009 6:56 pm

So einfach kann das aber nicht sein, schoss es Marlène durch den Kopf - und dann küsste Jerry sie und so sehr sie sich auch gegen das kribbelnde, beinahe brennende Gefühl wehrte, was in ihrer Brust aufstieg, ihr Kopf war für ein paar Sekunden völlig leer. Die Gedanken waren einfach blockiert, gestoppt, verschwunden. Dabei konnte sie wieder nicht sagen, ob es sich wirklich nur um Sekunden handelte oder ob nicht schon lange mehr Zeit verstrichen war; genau wie beim Apparieren zuvor war das alles total unbedeutend und unklärbar geworden, aber selbst diese Verwirrung war unbedeutend. Das einzige, was zählte, waren Jerrys Lippen auf ihren, und sie hätte schreien können, als der Kuss schließlich doch vorbei war. Etwas verwirrt strich sie sich eine Haarsträhne zurück hinter das eine Ohr und sah den jungen Mann vor sich dann zögerlich an. Wahrscheinlich musste man in solchen Momenten etwas Spektakuläres sagen - >Ich liebe dich< vielleicht oder >Du bist mein Leben<, irgendetwas kitschiges und gefühlvolles, aber das konnte Marlène nicht. Sie konnte es einfach nicht. Sie mochte Jerry sehr, aber das Wort >Liebe< war wie ein rotes Tuch für sie und wenn es ging, vermied sie es. Nein, es wäre, als würde sie sich selbst Gewalt antun, wenn sie das jetzt aussprechen würde; als würde sie einen Schutzpanzer in ihrem Innersten aufbrechen und sich selbst herauszerren. Das würde sie nicht tun. Noch nicht.
"Okay", sie holte tief Luft, weil sie merkte, dass sie einen Augenblick lang nicht geatmet hatte, "Ich hab dich gewarnt. Ich geh davon aus, dass das hier", sie deutete den geringen Abstand zwischen ihnen beiden leicht an, "Jetzt eine Beziehung ist, oder? Ich mein... ich hab null Ahnung, wirklich, was man da so macht - und sagt und so.". Oh verdammt, sie hasste es, wenn man ihr ihre Unsicherheit anmerkte! Sie klang zwar keineswegs danach, aber allein die Tatsache, dass sie nach Worten suchte, sprach wohl Bände.
Zu weiteren Ausführungen kam es dann aber nicht, denn Marlène wurde durch ein kurzes Gähnen unterbrochen. Ihr Blick fiel auf das Ziffernblatt der Uhr, die bei Jerry an der Wand hing. Es war kurz vor zwölf und sie war mittlerweile wirklich müde.
Abermals sah sie zu Jerry, diesmal fragend.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Do März 12, 2009 8:39 pm

Jerry hatte das Gefühl zu schweben und er wusste, dass er wahrscheinlich strahlte, wie ein ganzes Atomkraftwerk. Auch wenn es nur eine kleine Berührung ihrer Lippen war und diese auch nicht lange gedauert hatte, für ihn war es doch so viel intensiver gewesen, als manch anderer, inniger Kuss. Jerry musste sich zurück halten, um Marlène nicht sofort wieder an sich zu ziehen. Sie saß vor ihm und sah ziemlich verunsichert aus. Aber genau diese Unsicherheit fand er umso attraktiver an ihr und machte ihn auf eine Art ziemlich heiß. Am Liebsten hätte er sie mit Küssen überhäuft, aber diesen Gedanken verwarf er so schnell wieder, wie er gekommen war, unter anderem auch, weil er sich so unmännlich anhörte. Stattdessen entschied er sich dazu, endlich ihre Frage zu beantworten: „Ich kann dich beruhigen, ich hab auch keine Ahnung, wie das alles abläuft.“ Er gluckste, als er an seine erste Beziehung hatte. „Ich hatte bis jetzt auch nur eine Freundin und mit der bin ich auch nur zusammen gekommen, weil sie meinte, ich mag dich und du magst mich, wollen wir nicht zusammen sein? Hat dafür aber komischerweise recht lang gehalten. Aber so zusammen zu kommen, ist doch bescheuert.“ Er überlegte kurz. „Ich denke, das ergibt sich einfach. Manche sagen, dass sie nach dem ersten Kuss zusammengekommen sind, andere schauen einfach wie’s läuft und sagen dann, dass sie jetzt zusammen sind und andere haben nach dem ersten... na ja... nach der ersten gemeinsamen Nacht eine Beziehung angefangen.“ Er spürte, wie er warme Ohren bekam. „Ich schätze, wir nehmen Möglichkeit Nummer 2.“ Er grinste sie an. „Mach dir da nicht zu viel Stress. Sei einfach, wie du bist.“ Er lehnte sich vor und gab ihr einen schnellen Kuss. Dann erhob er sich vom Bett und streckte sich. Jerry war Marlènes fragender Blick zur Uhr nicht entgangen und deswegen meinte er: „Ist schon spät. Ich kann mir vorstellen, dass du ziemlich fertig bist. Wenn du magst, kannst du dich im Bad umziehen und ich versuch derweil Bettzeug aufzutreiben.“ Während er die Jalousien hinunter ließ, überlegte er, dass in seinem alten Zimmer bestimmt noch eine Decke und ein Kissen waren. Ein neuer Bezug drüber und das würde passen.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Do März 12, 2009 10:27 pm

Marlène nickte langsam, erhob sich ebenfalls und ging zu ihrer Sporttasche, die immer noch in der einen Ecke stand, zusammen mit den nassen Klamotten vom Nachmittag. Irgendwo in ihren Tiefen fand sie ein ziemlich großes schwarzes Tshirt und eine Shorts. Das Hemd, überlegte sie, war von einem der Muggeljungen, mit denen sie mal zusammengewesen war. Ihre Mutter hätte ihr niemals etwas so schlichtes und vor allem muggelmäßiges gekauft. Sie hatte es überhaupt aufgehoben, weil sie es mochte, darin zu schlafen, einfach weil es bequem war. Sie sah Jerry einen Moment lang dabei zu, wie er die Rollläden hinunterließ - wahrscheinlich würde ihn die Tatsache, dass dies das Hemd eines anderen Jungen war, nicht besonders begeistern. Aber wieso sollte sie das auch erwähnen? Sie hatte keinen Grund dazu, befand sie. Sicher, sie hatte einmal gesagt, dass sie ihn gerne einmal wütend sehen wollte, aber das war jetzt mit Sicherheit der falsche Augenblick. Weder von der Stimmung, noch von der Uhrzeit her - sie würde garantiert nicht mehr kontern können. Seufzend nahm sie die Sachen an sich, klaubte ihre Zahnbürste und die Abschminktücher aus dem Seitenfach und erhob sich. Das Bad war irgendwo auf der selben Etage, meinte sie sich zu erinnern.
Abermals gähnend machte sie sich auf, um es zu suchen, und behielt Recht - es war tatsächlich direkt am Ende des kleinen Flures. Während sie sich die verbliebene Wimperntusche mit einem Kosmetiktuch abwischte, dachte sie über den vergangenen Tag nach. Sie hatte selten so lange Tage erlebt; nicht einmal der Weihnachtsball hatte ihr das Gefühl von so kurzen Stunden und doch so vielen Ereignissen zugleich vermitteln können. Als sie an Jerrys letzte Ausführungen dachte, musste sie unfreiwillig grinsen. Dass er bei dem Thema Sex rote Ohren bekam, war ja irgendwie schon süß. Wahrscheinlich dachte er, sie wäre noch Jungfrau und total keusch bei sowas obendrein. Bei dem Gedanken hätte sie fast gelacht, hielt sich aber rasch zurück.
Ja, genau, sie war bloß übermüdet. Es war ein anstrengender Tag gewesen und deshalb hatte sie jetzt die merkwürdigsten Gedanken im Kopf.
Rasch zog sie sich um, putzte sich die Zähne und kehrte dann in Jerrys Zimmer zurück.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Fr März 13, 2009 7:34 pm

Jerrys Vermutungen bestätigten sich glücklicherweise: Bettdecke und Kopfkissen waren im Gästezimmer zu finden. Er suchte nach einem frischen Überzug für beides und zog schließlich irgendeine gelb-orange-blau gestreifte Bettäsche aus dem Schrank. Danach zog er sich ebenfalls um. Normalerweise schlief er nur in Boxershorts, besonders im Sommer. Er überlegte kurz, ob er es heute auch so machen sollte, entschied sich dann jedoch dagegen. Wenn es ihm in der Nacht zu heiß werden sollte, konnte er sein T-Shirt immer noch ausziehen. Als Marlène zurück kam, machte er sich auf den Weg ins Bad. An der Tür drehte er sich noch mal und sagte grinsend: „Du darfst heute in einer Farbexplosion schlafen.“ Im Bad sah er sich im Spiegel an und war mit sich und der Welt einfach zufrieden. Noch vor ein paar Wochen hätte er nie und nimmer damit gerechnet, dass er mit Marlène in einem Zimmer schlafen würde, geschweige denn, dass er sie küsste! Ein kleiner Teil in ihm hatte sich sogar damit abgefunden, dass es zwischen den beiden wohl nie so richtig funken würde. Während er sich die Zähne putzte, wanderten seine Gedanken zu dem anstehenden Termin nächste Woche beim Berufsberater. Jerry wusste sicher, dass er dieses Jahr weder Ausbildung noch ein Studium würde anfangen wollen. Eigentlich hatte er sich fest vorgenommen, wegzufahren. Sein Traumziel war Hawaii! Über diese kleine Inselgruppe hatte er sich schon reichlich informiert. Man konnte dort sogar studieren, wenn man denn wollte. Seine Reiselust hatte sich während des Tages allerdings abgeschwächt, wie er feststellen musste. Jetzt, da er Marlène endlich näher gekommen war, wusste er nicht, ob er je wieder weg wollen würde.
Jerry schüttelte den Kopf über sich. Er tat ja gerade so, als wären sie schon zusammen! Jerry ermahnte sich mit dem Ausschalten des Badezimmerlichts, auch die trüben Gedanken hinter sich zu lassen und kehrte in sein Zimmer zurück. Marlène lag schon unter der Decke. Er musste grinsen. Es war irgendwie ein süßer Anblick, Marlène unter dieser grässlichen Bettdecke liegen zu sehen. Er schaltete das Radio ab und das Licht aus und legte sich zu Marlène.
„Ach ja, ich hab vergessen zu erwähnen, dass ich ein Langschläfer bin. Das heißt, wenn du früher aufwachst als ich, kannst du gerne schon aufstehen und dir was zum Essen machen oder so was. Oder mich natürlich auch aufwecken! Tut mir wahrscheinlich auch mal ganz gut, früher auf zu stehen.“ Er lächelte sie glücklich an. „Gute Nacht, Marlène.“
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mo März 16, 2009 12:39 am

Marlène drehte sich halb um und schmunzelte leicht zurück, bereits im Halbschlaf. "Gute Nacht."
In dieser Nacht träumte sie von dem Herrenhaus ihrer Mutter. Das Merkwürdigste war daran, dass das Licht irgendwie nicht richtig zu sein schien. Es kam von nirgendwoher, ein sepiafarbenes, dumpfes Leuchten, was alles ausbleichte und doch manche Sachen viel zu deutlich in Erscheinung treten ließ. Das alte Gebäude hatte schon so viele Jahrhunderte auf dem Buckel, dass sie gar nicht genau sagen konnte, wann es gebaut worden war; seine Fassade zeigte zwar Spuren des Alters in Form von kleineren Rissen in den dunklen Steinquadern, aber sonst war es noch ziemlich gut in Schuss. Die große, es umsäumende Gartenanlage war voller alter Bäume, knorrig und gebeugt von der Last der Zeit. Wahrscheinlich hielten die Gärtner sie mit einiger Magie am leben. Marlène stand in dem Traum mit Jerry an ihrer Seite unter den Ästen eines solchen Baumes und beobachtete, wie der junge Mann sich völlig aus dem Häuschen über irgendwelche Pilze beugte, die am Stamm hervorgesprossen waren. Sie selbst sah immer wieder mit ungutem Gefühl zu den Erkerfenstern des Hauses hinüber. Drinnen war es dunkel und nichts rührte sich, und dennoch ragte das Gebäude hinter den beiden auf wie ein Berg der versuchte, sie mit seinem Schatten einzufangen. Von ihrem Standpunkt aus konnte sie genau in das Arbeitszimmer ihrer Mutter sehen. Die Fenster waren von innen mit den selben alten Vorhängen verdeckt, die sie schon seit je her gehasst hatte - auf den rotbraunen Stoff war mit dunklerem Garn ein mittlerweile verblichenes Muster gestickt worden. Wie gebannt beobachtete sie diese Vorhänge. Von Zeit zu Zeit schien es ihr, als bewegten sie sich sacht, und dann wieder meinte sie, dass es nur Einbildung sein könne, denn sie war sich sicher, alleine mit Jerry hier zu sein. Es beruhigte sie auch nicht gerade, dass er hinter ihr, am Rande ihrer Wahrnehmung, munter über den Pilz plapperte, im Gegenteil; es verlieh der Szenerie eher etwas noch bedrohlicheres und ihr ein nervöses, komplett eimsanes Gefühl.
Marlène konnte nicht genau sagen, an welchem Punkt des Traums sie aufgewacht war. Irgendwann merkte sie, dass sie in Jerrys Zimmer war, dem leisen Regen von draußen lauschte und seine Wärme neben sich spürte.
Leise drehte sie sich auf die Seite und tastete mit schmetterlingszarten Bewegungen über die Decken, bis sie seine Schulter unter den Fingern spürte. Ganz langsam, um ihn nicht zu wecken, rutschte sie ein Stückchen weiter hinüber, atmete erleichtert seinen Geruch ein und kuschelte sich vorsichtig an ihn - gerade so leicht, dass sie noch in Kontakt mit seinem Körper blieb, aber ihn nicht dabei einengte.
Erst dann fühlte sie sich wieder sicher und weit von ihrem zu Hause entfernt genug, um abermals in einen leichten Schlaf überzugleiten.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 17, 2009 12:58 am

Jerry erwachte das erste Mal, durch ein dumpfes Poltern, das vom Ende des Ganges zu kommen schien. Gleich darauf konnte er seinen Vater laut fluchen hören. „Scheiss Schrank!“ Brooke musste etwas erwidert haben, denn sein Vater sagte: „Ja, weil ich mir immer meinen Fuß da anhau'. Irgendwann schmeiss ich das Drecksteil raus!“ Jerry lag mit geschlossenen Augen und einem breiten Grinsen im Bett und stellte mal wieder fest, wie ähnlich er seinen Eltern doch war. Er lauschte in die Stille hinein und hörte dann, wie seine Eltern nach unten in die Küche gingen. Er öffnete die Augen. Die Strahlen der Morgensonne fielen durch die Ritzen der Jalousie und tauchten das Zimmer in ein angenehm dämmriges Licht. Er dachte gerade, dass es wahrscheinlich noch viel zu früh zum Aufstehen war, als er sich umdrehte und beinahe auf Marlène gerollt wäre. Mitten in der Bewegung hielt er inne. Sie musste, während sie geschlafen hatte, näher an ihn heran gerutscht sein. Ein breites Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Er stützte seinen Kopf in seine Hand und beobachtete sie, während sie schlief. Eine rote Locke fiel ihr ins Gesicht und Jerry strich sie sanft hinter Marlènes Ohr. Er betrachtete ihre hellen Wimpern, die sich lang und geschwungen aufeinander legten, ihre Nase mit den hellen Sommersprossen und... Jerry schluckte, als sein Blick verdächtig lange an ihrem Mund hängen blieb. Sie hatte ihre Lippen leicht geöffnet. Sollte er? Nein, sollte er nicht! Aber er wollte! Langsam, Millimeter um Millimeter, senkte er sein Gesicht und küsste sie hauchzart. Es war nur eine minimale Berührung, er spürte es eigentlich kaum und doch brannten seine Lippen sofort.
Gott, Marlène was machst du nur mit mir? Jetzt überfall ich sie schon im Schlaf. Wie pervers ist das denn?! Und seit wann bin ich eigentlich so rührselig? Das sind bestimmt nur die Hormone, ja, die Hormone. Ich bin postpubertär... - Notgeil trifft's wohl eher. - Quatsch, das trifft's überhaupt nicht!
Jerry schloss die Augen, fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und zwang sich an etwas anderes zu denken, als an die schlafende Schönheit neben sich. Es funktionierte nicht so ganz. Aber zumindest hatte er jetzt nicht mehr das Gefühl, er müsse sofort ins Bad rennen und kalt duschen. Obwohl er wusste, dass Körperkontakt mit Marlène für seine Selbstbeherrschung eher hinderlich war, rückte er an sie heran und schloss die Augen. Das gleichmäßige Atmen wirkte einschläfernd und so bekam er schon bald nicht mehr mit, was um ihn herum passierte.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Fr März 20, 2009 9:42 pm

Irgendwann dämmerte Marlène langsam wieder aus dem Halbschlaf ins Halbwach. Sie merkte den Unterschied daran, dass sie bewusst auf das leise Atmen neben sich hörte und schwache Sonnenstrahlen auf der Hand spürte, die ein Stückchen unter der Decke hervorlugte. Es war ein seltsames Gefühl für sie, mit einem Jungen aufzuwachen, ohne einen Kater vom letzten Abend davonzutragen und ohne in den selben vollgerauchten Klamotten zu liegen, die sie am Vorabend angezogen hatte. Belustigt stellte sie fest, dass das Gefühl schön war. Es gefiel ihr sogar richtig. Es hatte etwas vertrautes und wärmendes an sich. Einige Herzschläge verstrichen, in denen sie still darlag, auf die Geräusche rings herum achtete und Jerrys kühler Atem sie an Hals und Décolleté kitzelte; dann öffnete sie die Augen einen Spalt breit. Jerrys Gesicht war ungefähr auf der Höhe ihres Schlüsselbeins zur Hälfte in ihren noch schlafverwuschelten Locken verschwunden, die wie ein Kranz um ihren Kopf lagen. Er schlief noch; seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig unter der Decke. Sie unterdrückte ein Lächeln und den Drang, ihm durch die noch unordentlicher als sonst liegenden Haare zu fahren und wendete den Blick stattdessen zum Fenster. Es schien noch relativ früh am Morgen zu sein, jedenfalls war die Sonne noch nicht richtig hell; die Vögel allerdings zwitscherten schon, aber das hieß im Sommer ja nichts. Wahrscheinlich war es so kurz vor acht.
Marlène sah Jerry noch einmal zufrieden an, bevor sie sich vorsichtig unter seinem Arm hervordrehte und barfuß ins Badezimmer hinübertapste, nicht ohne ihre Zahnbürste und die wenigen Hygieneartikel mitzunehmen, die sie eingesteckt hatte, bevor sie abgehauen war. Es war im Prinzip eine Katzenwäsche, die sie abzog - Gesicht waschen, Zähne putzen, Haare halbwegs ansehnlich entwirren und die schlimmsten Augenringe unter einer dünnen Schicht Concealer verstecken. Egal, was sie tat, diese blöden Augenringe verschwanden einfach nicht. Lag vielleicht an ihrer blassen Haut, überlegte sie, bevor sie ihre Sachen wieder leise in Jerrys Zimmer brachte und dann einen Moment lang unschlüssig am Treppenabsatz stehen blieb. Sie wollte nicht so unhöflich sein und in einem fremden Haus herumschnüffeln, wenn noch niemand wach war. Schließlich entschied sie sich dafür, einen kurzen Blick in die Küche zu werfen. Vielleicht war Jerrys Mutter ja bereits auf, dann konnte sie womöglich sogar schon eine Tasse Kaffee bekommen. Wenn nicht, würde sie einfach wieder nach oben gehen, beschloss sie und lief die schmale Treppe langsam hinab.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Sa März 21, 2009 12:06 pm

Jerry schlug die Augen auf und blinzelte. Er wandte den Kopf und erwartete neben sich Marlènes roten Schopf zu sehen. Doch Fehlanzeige. Nur diese scheußliche Farbkombination der Bettdecke wünschte ihm einen fröhlichen Guten Morgen. Jerry schielte zur Uhr. Es war halb neun. Er streckte sich und schlug seine Bettdecke zurück. Halb neun ließ er sich eingehen, das war noch eine humane Zeit. Er zog die Jalousie hinauf und öffnete das Fenster. Warme Sommerluft strömte ihm entgegen und er genoss einen Augenblick die Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Der Morgen versprach einen Bilderbuchsommertag! Nach dem Zähneputzen und einem vergeblichen Versuch, seine Haare irgendwie in Ordnung zu bekommen, machte er sich auf die Suche nach Marlène. Wahrscheinlich war sie unten in der Küche. Es war sehr still im Haus. Seine Eltern waren beide schon bei der Arbeit. Einzig Rascal konnte er in seinem Käfig fröhlich zwitschern hören. Als er die Küche betrat, konnte er Marlène am Küchentisch sitzen sehen, vor sich eine dampfende Tasse Kaffee. Er blieb kurz im Türrahmen stehen und lächelte still vor sich hin. Kurz überlegte er hinüber zu gehen und ihr einen anständigen Guten-Morgen-Kuss zu geben, entschied sich dann allerdings doch für eine mündliche Begrüßung. „Morgen, Marlène.“ Er ging zum Kühlschrank und zog eine Flasche Milch heraus. „Na? Wie hast du geschlafen? Ich hab geschlafen, wie ein Stein, gar nichts mitbekommen.“ Er nahm sich ein Glas und schenkte sich die Milch ein. In der Früh konnte er keinen Kaffee trinken, da wurde ihm komischerweise immer schlecht. Sonst war er ein begeisterter Kaffeetrinker. Er setzte sich Marlène gegenüber. „Ist Artmis eigentlich wieder aufgetaucht? Ich mein, immerhin ist sie jetzt in einer völlig fremden Gegend. Aber die wird sich schon auskennen, oder?“ Jerry machte eine Pause und trank ein paar Schlucke. Dann grinste er Marlène an. „Und? Hast du heute schon was vor?“ Er zwinkerte ihr zu. „Wenn nicht, würde ich dich heute gerne entführen. Wir bekommen heute bestimmt einen bomben Sommertag. Was hältst du von Baden gehen?“ Wahrscheinlich hatte Marlène keinen Bikini oder Badeanzug dabei, daran dachte man auch schließlich nicht, wenn man von zuhause rausgeworfen wurde. Aber das ließ sich bestimmt regeln. Man konnte ja vorher einen Abstecher zu Marlène nach Hause unternehmen.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Sa März 21, 2009 10:59 pm

"Morgen.". Statt eine von Jerrys Fragen sofort zu beantworten, nippte Marlène lieber noch einmal an ihrem Kaffee und sah ihm stumm zu, wie er sich eine Milchflasche nahm. Er schien wohl kein Kaffeetrinker zu sein, denn er machte auch weiterhin keinerlei Anstalten, sich ebenfalls eine Tasse des schwarzen Gebräus zu nehmen. Sie selbst aber kam ohne ein oder zwei Tassen am Morgen überhaupt nicht auf die Beine, und die trank sie regelmäßig komplett schwarz und möglichst stark. Am liebsten hätte sie jetzt einen übersüßten, mit bunten Zuckerperlen bestreuten Donut und eine Zigarrette dazu gehabt, aber sie fragte gar nicht erst, ob Jerry rauchte oder nicht. Das Haus jedenfalls roch nicht danach und abgesehen davon war sie eigentlich auch nur Gelegenheitsraucherin - und das sehr diszipliniert. Also beließ sie es stillschweigend bei Kaffee. Schließlich setzte sie die Tasse langsam ab und leckte sich über die Lippen. Wie sie gehofft hatte, hatte sie Jerrys Mutter kurz nach dem Aufstehen noch angetroffen, aber nachdem diese ihr eine Tasse für den Kaffee gegeben hatte, war sie auch schon zur Arbeit verschwunden, ohne dass Marlène Zeit hatte, sich mit ihr über irgendetwas zu unterhalten. Also hatte sie sich in Ruhe hingesetzt, die Atmosphäre der kleinen Küche auf sich wirken lassen und in kleinen Schlucken das noch heiße Getränk getrunken.
"Artemis kommt schon klar", sagte sie schließlich. "Sie ist eine Katze, kein Mensch, sie verläuft sich schon nicht.". Dass Jerry sich darum überhaupt Sorgen machte, fand sie reichlich merkwürdig. Wieso dachte man daran, ob sich eine Katze verlief oder nicht? Zumindest in das Haus von Nadine würde Artemis immer zurückfinden, aber es war wahrscheinlicher, dass sie irgendwann wieder hier aufkreuzen würde. Katzen waren zwar ortsgebundene Tiere, aber Marlènes Katze bildete da eine Ausnahme. Sie hatte gespürt, dass das alte Herrenhaus ein schlechter Ort war.
Als der junge Mann vorschlug, dass sie baden gehen könnten, runzelte Marlène leicht die Stirn. Sie hatte zwar schwimmen gelernt, aber doch nur so gut, dass sie sich irgendwie über Wasser halten konnte. Abgesehen davon waren all ihre Badesachen bei ihr zu Hause geblieben. Als Antwort zuckte sie leicht die Schultern. "Von mir aus. Ich hab aber keine Schwimmsachen.". Jerry würde ja wohl kaum erwarten, mit ihr in ihr Haus zurückzukehren, um welche zu holen, oder? Nein, das wäre dumm. Wer wusste schon, was ihre Mutter für ein Theater machen würde-?
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mo März 23, 2009 8:20 pm

"Na ja, dass du keine Badesachen dabei hast, hindert uns doch nicht daran, es trotzdem zu tun, oder?", sagte er und grinste sie an. Das konnte man auch anders verstehen, wie ihm plötzlich bewusst wurde. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und hob drei Finger. "Wir haben drei Möglichkeiten.", sagte er. "Erstens: wir schauen schnell bei dir daheim vorbei und du packst ein, was du brauchst. Dann kann ich auch gleich ein kleines Schwätzchen mit deiner Mum halten. Die würd ich ja zu gern mal persönlich kennen lernen." Er zog einen Finger ein. "Zweitens: du ziehst ne Shorts von mir an und ein T-Shirt. Obwohl dir beides wahrscheinlich viel zu groß sein wird." Er runzelte die Stirn und dachte eine Weile nach. "Oder drittens: wir gehen nackt baden." Jerry musste lachen. "Das würde theoretisch gehen, wenn wir in dem Teich baden gehen, den ich dir gestern gezeigt hab. Da kommt so gut wie nie ein Mensch vorbei, uns würde also keiner zuschauen."
Okay, dass war jetzt wirklich eindeutig zweideutig. Nacktbaden?! Bist du noch ganz dicht? Noch offensichtlicher geht's ja wohl nicht. Du bist erbärmlich.
Jerry ignorierte die beißende, realistische Stimme in seinem Gehirn, die ihn zur Vernunft rufen wollte. Jetzt hatte er es gesagt und jetzt gab es auch kein zurück mehr. Und wenn Marlène "Nein" sagen würde, dann würde es eben so sein. Dann würden sie heute eben was anderes unternehmen. Irgendwas Lustiges würde ihnen schon einfallen. Jerry trank das Glas in drei Zügen leer und wischte sich mit der Hand über die Oberlippe, um einen eventuellen Milchbart zu entfernen.
"Badengehen ist aber auch nur ein Vorschlag. Wir können gern was anderes machen, wenn du magst. Spazieren gehen oder so." Jerry war eigentlich egal, was sie machten, Hauptsache sie beide waren zusammen. Er stand auf und räumte die Flasche und das Glas weg. Während er Rascals Futter auffüllte, fiel ihm noch etwas anderes ein. "Oder... ich hab da von einem Festival in Camden Town gehört. Da spielen ein paar Bands, vorwiegend Underdogs, Musikrichtung Rock und Alternative. Das wär doch auch was." Er wandte sich zu Marlène um und strahlte sie an. "Was hörst du eigentlich so an Musik?"
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mo März 23, 2009 11:38 pm

Prompt schüttelte Marlène den Kopf. "Nein", sagte sie deutlich, "Ich steh nicht so auf nackt baden gehen.". Zumindest noch nicht. Sie überlegte einen Moment, den einen Arm über die Stuhllehne gelegt, mit der anderen drehte sie ihre leere Kaffeetasse gedankenverloren im Kreis und musterte Jerry dabei. "Es wäre ziemlich dumm, zu mir nach Hause zu gehen. Du würdest meine Mutter nicht kennen lernen wollen, glaub mir.", sagte sie schließlich, unterbrach sich kurz und fügte dann etwas leiser hinzu: "Und ich will das auch nicht.".
Nadine würde ihm nur weh tun. Nein, irgendwie fühlte sie sich dafür verantwortlich, den jungen Mann vor ihr davor zu schützen, wenn man es so nennen konnte. Es war schön, so mit ihm Zeit zu verbringen, hatte sie in den letzten Stunden und auch Tagen vor den Ferien entdeckt und sie wollte sein heiles Leben nicht kaputt machen. Würde sie das tun, hätte Jerry vielleicht auch einen gewissen Reiz in ihren Augen verloren, wer wusste das schon? Sie schüttelte den Kopf. Darübr, was seine Reize für sie ausmachte, konnte sie getrost später nachgrübeln. Das war definitiv ein Thema für eine durchwachte Nacht oder so.
"Ich hab allerdings nichts gegen schwimmen gehen. Wenn du mir was leihen kannst, wär das super.". Sie seufzte, stand auf, streckte sich und stellte die Kaffeetasse demonstrativ in die Spüle, bevor sie ihn schief anlächelte und eine Hand leicht, wie zufällig, über seinen bloßen Unterarm streichen ließ. "Wir könnten ja danach noch auf das Festival gehen. Für Rock und so bin ich immer zu haben.". Sie dachte sehnsüchtig an all die Cds, die sie hatte zu Hause lassen müssen und die sie so liebte - Pink Floyd, Nirvana, Björk, Radiohead und all die anderen. Wer wusste schon, was ihre Mutter jetzt damit veranstalten würde. Allein der Gedanke daran versetzte ihr einen Stich.
Aber nein, sagte sie sich, jetzt war nicht die Zeit für solche Gedanken, denn jetzt war sie weit, weit entfernt von dem düsteren Haus. Abermals lächelte sie Jerry an, jetzt irgendwie enthusiastischer.
"Naja - was machen wir?".


Zuletzt von Marlène Curtis am Fr Apr 10, 2009 12:39 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 24, 2009 12:32 am

Jerry lehnte mit dem Rücken zur Spüle am Küchentresen und beobachtete Marlène dabei, wie sie zu ihm herüber kam und ihre Tasse ebenfalls in die Spüle stellte. Sie meinte, es wäre keine gute Idee, zu sich nach Hause zu gehen. Das konnte Jerry verstehen. Letzteres allerdings nicht. Er wollte Marlènes Mutter auf jeden Fall kennen lernen, so viel stand fest. Nicht unbedingt heute, aber irgendwann, in nächster Zeit. Jerry sagte Marlène davon jedoch lieber nichts. Sie würde sein Vorhaben bestimmt ganz und gar ablehnen. Marlène stand jetzt ziemlich nah neben Jerry. Während sie sagte, dass sie Rock gerne hörte, berührte sie Jerrys Unterarm. Ob absichtlich oder nicht, eine Berührung von ihr reichte aus, um ihn auf Hochtouren zu bringen. Besonders, weil sie von sich aus praktisch einen ersten Schritt getan hatte. Jerrys Nackenhaare stellten sich auf und die Stelle an seinem Unterarm kribbelte angenehm. Nur noch am Rande bekam er mit, wie Marlène fragte, was sie nachher machen sollten. Er verstand die Frage absichtlich falsch und flüsterte nur grinsend: "Jetzt?" Und seine Selbstkontrolle war dahin... Er legte ihr einen Arm um die Schultern und zog sie zu sich her, sodass sie schließlich vor ihm und zwischen seinen Beinen stand. Er küsste sie. Zuerst zaghaft, aber als er sie an seinem Körper spürte, er seine Arme um ihren Rücken schlang und sie so noch näher an sich drückte, verlor er jegliche Selbstbeherrschung. Er fuhr mit seiner Zunge sanft über ihre weichen Lippen. Sein Denken war ausgeschaltet, er agierte instinktiv. Alles was er fühlte, war pure Leidenschaft, die intensiv durch seinen Körper rauschte und seinen Puls in die Höhe schnellen ließ. Seine Hände strichen über Marlènes Rücken, hoch und runter und runter und runter... er fühlte den Ansatz ihrer Rundungen und stoppte. Er wusste nicht, wie weit er gehen durfte und so sehr er es wollte, so sehr er seine Hände noch ein Stockwerk tiefer schicken wollte, umso mehr Angst hatte er davor, Marlène zu verschrecken. Und plötzlich spürte er noch etwas anderes, etwas ganz anderes! Jerry riss vor Entsetzten die Augen auf.
Nein, Scheisse, nein! Nicht jetzt! Oh fuck!
Sein Blut begann sich an einer Stelle zu sammeln, wo er so viel Blut jetzt überhaupt nicht gebrauchen konnte. Er löste sich von Marlène und atmete schwer. Er wusste nicht, wann er zum letzten Mal Frischluft eingesogen hatte, aber seine Lunge forderte gerade sehr viel davon. Er sah Marlène an und alles in ihm schrie nach erneutem Kontakt mit ihr. Er zwang sich dazu in ihre Augen und nicht auf ihre roten Lippen zu starren. Er legte seine Hände an ihre Wangen und suchte nach Worten. Sein Hirn hatte die Fähigkeit zu Denken noch nicht ganz wieder erlangt. "Wart hier einen Moment... ich... hol... nur schnell die Sachen." Er stahl ihr noch einen schnellen Kuss und ging dann irgendwie ungelenk nach oben. Schwankte der Boden oder lag das an seinen Beinen, die sich irgendwie schwammig anfühlten? Jedenfalls war er heilfroh, als er sich oben im Bad erst mal kaltes Wasser ins Gesicht klatschen konnte.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 24, 2009 6:44 pm

Marlène presste sich reflexartig die Hand vor den Mund und erstickte gerade noch so einen hysterischen Kicheranfall, der sich angekündigt hatte, sobald Jerry die Treppe hinauf verschwand. Oh mein Gott, sie ließ sich auf den Küchenstuhl fallen und schnappte nach Luft, während sie versuchte, den Anfall abebben zu lassen, was war das denn!. Sie zwang sich, tief ein und aus zu atmen und hielt sich die stechenden Seiten, während sie sich auf die Küchenuhr konzentrierte, um nicht schon wieder lachen zu müssen. Eigentlich waren solche Anfälle höchst ungewöhnlich bei ihr. Nicht, dass sie nicht ab und an mal lächelte oder schmunzelte, aber so sehr gelacht hatte sie bestimmt fünf Jahre lang nicht mehr. Wenn Jerry so empfindlich auf sie reagierte, wie hatte er es dann allen Ernstes fertig gebracht, mit ihr in einem Bett zu schlafen? Ämusiert schüttelte sie den Kopf. Okay, das war wohl ein Thema, über das sie noch einmal sprechen mussten. Es war ja nicht so, dass es ihr etwas ausgemacht hätte, ihm nahe zu sein; sie hätte auch mit ihm geschlafen, hätte er das gewollt. Was sie unbedingt verhindern wollte, war, dass er nur ein Junge für sie wurde wie die, denen sie vorher in irgendeiner Art und Weise nahe gestanden hatte. Sex war nie etwas für sie gewesen, wo sie Gefühle bei gehabt hätte; es hatte Spaß gemacht, sicher, und es hatte ihre Eltern aufgeregt, wenn sie sich mit irgendwelchen Muggeln nachts herumtrieb. Aber das war schon alles gewesen, was sie dabei empfunden hatte. Ihren Partnern hatte sie nie auch nur den Hauch eines Sympathiefunkens entgegengebracht. Aber mit Jerry... nein, sie wollte nicht, dass das mit ihm das selbe werden würde.
Als Marlène merkte, dass sie wieder richtig atmen konnte, stand sie auf, ging langsam die Treppe hinauf und klopfte leicht an Jerrys angelehnte Zimmertür, bevor sie eintrat. Mittlerweile schien er tatsächlich dabei zu sein, die Schwimmsachen einzupacken. Marlène lächelte und blieb in der Tür stehen. "Hör mal", meinte sie, im Bewusstsein, dass jede andere wahrscheinlich rot angelaufen wäre. "Du kannst ruhig mit mir schlafen, wenn du willst.". Sie strich sich die Haare über eine Schulter und sah ihn mit schräg gelegtem Kopf an. "Nur jetzt noch nicht. Es wär nichts besonderes - du bist nicht irgendein Junge, mein ich.". Sie war sich bewusst, dass der letzte Satz total dumm geklungen haben musste, aber sie achtete nicht weiter darauf. Es war nun einmal das, was sie hatte sagen müssen. Immer noch sah sie den jungen Mann aufmerksam an und wartete auf eine Antwort.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Di März 24, 2009 11:54 pm

Inzwischen hatte Jerry sich wieder beruhigt. Da hatte er sich aber noch mal in allerletzter Sekunde aus der Affäre ziehen können. Manchmal hasste er es wirklich, das Männer auf Frauenkörper... na ja... empfindlich reagierten. Frauen hatten es da bedeutend einfacher! Dafür aber in manch anderen Angelegenheiten schwerer. Jerry hatte einmal eine ausgiebige Diskussion mit Jake über die Vor- und Nachteile des Männerdaseins geführt. Ergebnis: sie waren arme Schweine, aber glückliche, arme Schweine.
Er war gerade dabei Handtücher und Shorts in einen Rucksack zustopfen, als ihn Marlènes Stimme herum fahren ließ. Jerrys Augen weiteten sich vor Überraschung, als er Marlène so arglos über Sex reden hörte. Jerry war nicht verklemmt, aber er hatte bis jetzt noch nie daran gedacht, mit Marlène zu schlafen... na gut... nie stimmte nicht... das ein oder andere Mal sicher, aber trotzdem!
Ich bin erst mal froh, dass ich dich küssen durfte, ohne, dass du mir abgehauen bist. Alles andere kann noch ein Weilchen warten., dachte er, während er Marlène musterte. Je länger sie beide zusammen waren, desto verschiedenere Seiten offenbarte Marlène von sich und Jerry stellte fest, dass ihm jede einzelne gefiel. Besonders ihre abgeklärte Art fand er unheimlich anziehend. Er selbst kochte vor Gefühlen und sie blieb dabei stets ruhig. Das war herausfordernd und Jerry liebte Herausforderungen.
Er ließ seinen Rucksack fallen und ging langsam auf sie zu. Sie stand im Türrahmen und er legte beide Hände neben sie, sodass sie nun praktisch eingesperrt war. Er grinste sie an. „Das ist schön, dass du das sagst, ich will nämlich mit dir schlafen.“ Er senkte sein Gesicht auf ihren Hals. Ihm stieg ein Duft in die Nase, denn er unverkennbar als den ihren identifizierte. Ohne, dass seine Lippen ihre zarte, blasse Haut berührten, führte Jerry sein Gesicht wieder nach oben, streifte ihre Haare und sah ihr schließlich wieder in die Augen. „Aber du bist auch etwas Besonderes für mich und ich möchte es erst mit dir tun, wenn du es auch willst.“
Jerry löste sich von ihr und begann sein restliches Zeug zusammen zu suchen. „Brauchst du noch was?“, fragte er sie dann und sah sich noch mal im Zimmer um. „Sonst würd ich vorschlagen, dass wir mal losgehen.“ Er schnappte sich seinen Zauberstab und sie gingen hinunter in die Küche, wo er noch schnell einen Zettel an seine Mum schrieb, damit sie nicht wieder meckern brauchte.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Mi März 25, 2009 7:00 pm

Marlène hob eine Augenbraue, sagte aber nichts und folgte ihm schließlich langsam in die Küche hinab. Sie sah zu, wie er einen Zettel an seine Mutter schrieb, und ihre Gedanken schweiften abermals zu ihrer eigenen Familie. Es wäre undenkbar für sie gewesen, ihrer Mutter jemals einen Zettel zu schreiben. Sie hatte so oder so immer so viel Unterricht gehabt, dass sie gar keine Zeit dafür hatte, nach draußen zu gehen, und wenn sie es gewollt hätte, hätte sie nicht gedurft. In der Zeit, in der sie alles getan hatte, um Nadine aufzuregen, hätte sie erst recht keine Nachricht hinterlassen, wenn sie abgehauen und manchmal tagelang nicht nach Hause gekommen war. Sie verzog den Mund, als sie an die Reaktion von Mrs. Messy dachte, als ihr erwachsener Sohn am Vortag erst in der Dunkelheit zurückgekommen war. Sorgen hatte sich noch nie jemand um sie, um ihre Sicherheit gemacht. Nicht, dass sie das irgendwie gebraucht hätte. Sie war selbstständig und kam zurecht, ohne, dass ihr irgendjemand sagte, wann sie wo sein musste und was sie zu tun und zu lassen hatte.
Sie seufzte, wendete sich wieder der Gegenwart zu und merkte, dass Jerry sie beobachtete. Rasch hob sie beide Mundwinkel ein bisschen und sah ihn dabei vollkommen unschuldig an. "Tja, ich nehm an, wir sollten besser irgendwo hin gehen, wo es noch andere Menschen gibt als nur uns beide. Es wär wahrscheinlich keine gute Idee, jetzt alleine irgendwo abgelegen schwimmen zu gehen - wo du doch so gute Vorsätze hast.". Einen Moment lang überlegte sie. Sie war noch nie in einem Schwimmbad der Muggel gewesen; das Anwesen der Curtis besaß ein eigenes Bassin in einem erst vor kurzem neu hinzugefügten Anbau. Allerdings wusste sie, dass auch normale Menschen gerne schwimmen gingen und wahrscheinlich verkauften sie dort auch gleichzeitig Badesachen für den Fall, dass irgendein dummer Muggel sein Zeug vergessen hatte. Wenn sie Glück hatte und Jerry wusste, wo es hier in der Nähe ein Schwimmbad gab, dann könnte sie sich vielleicht sogar einen richtigen Bikini kaufen.
"Kennst du irgendein Muggelschwimmbad hier?", fragte sie also.
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Do März 26, 2009 6:30 pm

Sieh an, sieh an, sie kann ja richtig frech sein!, stellte Jerry überrascht fest, als Marlène doch noch einen Kommentar zu seinem kleinen „Missgeschick“ von vorhin fallen ließ. Entweder hatte er einen schlechten Einfluss auf sie, oder sie vertraute ihm jetzt mehr.
"Nur weil wir in der Öffentlichkeit sind, heißt das noch lange nicht, dass du vor mir..." – oder ich vor dir – "... sicher bist.", sagte er und grinste sie an. "Hast du ne Ahnung, wie das manchmal in diesen Muggelschwimmbädern zugeht!" Er stieß einen kleinen Pfiff aus und wedelte mit seiner Hand, um seine Aussage noch mehr zu betonen. "Gar nicht mal so prüde, diese Muggel, sag ich da bloß." Nachdem Jerry noch mal den Rucksack gecheckt hatte, ob sie auch alles, was sie brauchten, dabei hatten, verließen die beiden die Wohnung. Inzwischen hatte sich die Luft deutlich erwärmt. Die ersten Anzeichen eines heißen Sommertages. Ich liebe den Sommer., dachte Jerry zufrieden. "Okay, das nächstgelegene Muggelschwimmbad ist gar nicht mal weit weg, da können wir zu fuß hingehen." Sie setzten sich in Bewegung. Jerry konnte sich dunkel an den Weg erinnern. Es war schon eine Weile her, dass er dieses Freibad besucht hatte. Er schätzte, dass sie ungefähr eine viertel Stunde brauchten. Während sie schweigend nebeneinander herliefen und Autos und Radfahrer an ihnen vorbeizogen, warf Jerry hin und wieder einen Seitenblick auf Marlène. Er überlegte, ob er ihre Hand nehmen sollte. Wieder diese Stille... aber Jerry fiel im Moment auch einfach nichts ein, was er sagen könnte und bevor er wieder irgendeinen Blödsinn daherredete, hielt er lieber den Mund. Außerdem war nichts sagen ja auch mal ganz schön. Das war auch eine Eigenschaft, die er an Marlène besonders schätzte: sie war nicht eine dieser nervtötenden Quasselstrippen. Diese Art Mädchen konnte er nur mit Mühe ertragen.
Nach guten zwanzig Minuten, in denen Jerry und Marlène hauptsächlich über das schöne Wetter geredet hatten, kam endlich das Freibad in Sicht. Jerry konnte schon von Weitem die fröhlichen Stimmen und das Wassergeplantsche hören. Eine kleine Schlange hatte sich vor dem Eingang des Schwimmbades gebildet. Jerry kniff die Augen zusammen, um die Preise auf der Liste lesen zu können. "Vier Pfund, kostet der Eintritt glaub ich. Für Schüler und Studenten 3,50. Du bist noch Schülerin.", sagte er grinsend. "Und man kann sogar Bikinis kaufen! So ein Zufall, ich wusste gar nicht, dass das geht." Jerry zog seinen Geldbeutel aus dem Rucksack. "Einmal Erwachsene und einmal Schüler.“, sagte er zu der Verkäuferin. Ob es Marlène passte oder nicht, was das Bezahlen von Rechnungen oder Eintritten anging war er nun mal ein Gentleman.
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Marlène Curtis
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Sa März 28, 2009 1:19 am

"Noch Schülerin. Ja, ich weiß. Wenn ich dir irgendwann mal zu jung für dein Alter erscheine, sag Bescheid." Marlène hob beide Augenbrauen und folgte Jerry, nachdem er an der Kasse zwei Tickets für sie gelöst hatte, durch eine weiße Plastikabsperrung. Ihr war schon früher aufgefallen, dass die meisten Muggel einen Hang zu Karten und Chips in ihrer öfentlichen Umgebung hatten; sie hatten solche Dinge bereits im Unterricht durchgenommen und ab und an war sie früher mit den Muggeljungen, mit denen sie abgehangen hatte, mit der U-Bahn gefahren. Nachdem beide ihre Karten in die Lesegeräte geschoben und in den Bereich gelangt waren, von dem aus verschiedene Gänge zu den Umkleiden führten, blieb Marlène stehen. Rechts neben ihr befand sich an der Wand ein gläserner Tresen, ausgelegt mit allerlei nützlichen und unnützen Dingen, die Sport betrafen. Wahrscheinlich hatte Jerry das gemeint, als er gesagt hatte, dass es sogar Bikinis zu kaufen gab. Eine relativ junge Frau stand dahinter, stützte die Hände auf die Glasplatte und wirkte alles in allem ziemlich unterbeschäftigt. Vermutlich war sie eh nur eine Schülerin, die sich in den Ferien ein bisschen Geld verdienen wollte. Sie wirkte jedenfalls nicht so, als hätte sie großartig Ahnung von Schwimmbrillen in Plastikbeutelchen, Nasenklammern, Badeanzügen, Schwimmflügeln und Handtüchern mit dem Logo des Schwimmbades darauf. Marlène sah das Angebot desinteressiert an. Im Prinzip war sie kein sportlicher Mensch; sie ging zwar in der Schulzeit regelmäßig joggen, aber das nur, um ihre Figur einigermaßen in Form zu halten und nicht, weil es ihr Spaß gemacht hätte. Dennoch sah sie das Sortiment knapp an und entdeckte sogar genau das, was sie suchte - einen schlichten, schwarzen Bikini. Sie verzog den Mund, als ihr einfiel, dass sie kein Muggelgeld hatte. Eigentlich wusste sie nicht einmal genau, wie die Währung der Muggel im Vergleich zu der der Zaubererwelt war; damit hatte sie sich nie beschäftigen müssen. In ihrer Tasche klimperten so oder so nur ein paar schnöde Sickel. Sie warf einen Blick über die Schulter zu Jerry und der Gedanke, ihn um Geld zu bitten, behagte ihr überhaupt nicht. Sie kam aus einer ziemlich wohlhabenden Familie und es kam ihr nicht richtig vor, jemand anderen um Geld zu bitten, selbst wenn es nur ein kleiner Betrag war; das kam allerdings nicht daher, dass sie snobistisch gewesen wäre oder stolz auf ihren Reichtum war. Das meiste Geld schlummerte sowieso tief in den Verliesen von Gringotts vor sich hin, bis sie es irgendwann einmal abholen würde. Zumindest die finanzielle Unabhängigkeit hatte sie schon immer gehabt (wobei die natürlich nur zum Schein bestand, denn es war, solange sie denken konnte, nicht ein einziges Mal vorgekommen, dass sie die Chance gehabt hätte, etwas von dem Geld alleine abzuholen. Bei all ihren Besuchen der Winkelgasse war immer irgendeine Anstandsdame dabei gewesen, die genau bestimmt hatte, was sie wo zu erledigen hatte). Nein, sie hasste es, andere um etwas bitten zu müssen; und noch viel mehr hasste sie es, von anderen in der Hinsicht abhängig zu sein. Marlène seufzte, genervt von ihrer eigenen Art, die sie viel zu oft einschränkte, wie sie fand. Sie spielte schon mit dem Gedanken, sich doch mit Shirt und Shorts abzufinden - oder schlimmstenfalls eben gar nicht schwimmen zu gehen.
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Jeremy Messy
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BeitragThema: Re: Sommerferien (Jerry & Marlène)   Sa März 28, 2009 1:37 pm

Jerry betrachtete die Auswahl an Bikinis, die ausgestellt waren. Da waren schon einige hübsche Teile dabei. Er entdeckte einen roten Triangel-Bikini mit weißen Streifen, den er wirklich süß fand. Aber Rot biss sich vermutlich mit Marlènes Haaren. Oder einen weißen Bikini, aus einem Material, dass irgendwie nach Strick aussah. Und einen dunkelgrünen Bikini mit kleinen Schleifen an der Bikinihose. Er lächelte in sich hinein. Er war echt gespannt darauf, Marlène in einer dieser knappen Teile zu sehen. "Hast du schon was entdeckt?", fragte er. Sie deutete auf einen schwarzen Bikini. Schlicht, aber dennoch sehr hübsch. Er lehnte sich zu ihr hinüber und flüsterte ihr ins Ohr: "Ich schätze, du hast kein Muggelgeld dabei, oder? Ich regle das mal." Er zwinkerte ihr zu und wandte sich an die Verkäuferin. "Hi, wir hätten gern den schwarzen Bikini da.", sagte Jerry und deutete auf besagten. "Wir?", fragte die Verkäuferin und hob belustigt eine Augenbraue. "Teilt ihr euch den Bikini?" "Ja, meine Freundin bekommt das Höschen und ich das Oberteil. Sieht bestimmt schick aus." Er grinste und kramte in seinem Geldbeutel herum. Während die Verkäuferin den Bikini aus der Auslage holte und in eine Tüte packte, plapperte sie weiter munter drauf los. "Also ich weiß nicht, ich finde, dieser lila Bikini hier, mit den grünen Pünktchen und den wattierten Cups, würde viel besser zu deiner Haarfarbe passen.", sagte sie und reichte ihm die Tüte, nachdem Jerry bezahlt hatte. "Vielleicht beim nächsten Mal. Danke.", sagte Jerry, nahm die Tüte entgegen und wandte sich zu Marlène um. Er gab ihr den Bikini und sah sich nach Umkleiden um. "Da drüben können wir uns umziehen gehen." Das Umziehen nahm bei Jerry zum Glück nicht zu viel Zeit in Anspruch. Er brauchte bloß in seine Badeshorts hüpfen und sein T-Shirt ausziehen, fertig. Er setzte sich draußen vor den Umkleiden auf eine Bank in die Sonne und schloss die Augen. Er spürte, wie die Hitze auf seinen Körper strahlte und genoss es wirklich. Der Sommer hatte sich in diesem Jahr ziemlich lange bitten lassen. Ewig hatten sie sich mit langweiligen, tristen Regenwetter und Frühsommerstürmen herumplagen müssen und immer war es ein paar Grad zu kühl gewesen. Deshalb war Jerry für seine Verhältnisse auch noch relativ blass, aber immerhin zierte seinen Körper schon eine mittlere Bräune. Er öffnete die Augen und betrachtete die Umgebung. Obwohl noch recht früh am Vormittag, war das Freibad schon gut mit Besuchern gefüllt, was wahrscheinlich daran lag, dass auch die Muggelkinder inzwischen Sommerferien hatten. Er sah viele Mädchen in knappen Bikinis, mit langen, braunen Beinen und konnte seine Blicke nur schwer von deren Anblick losreißen. Vielleicht war Baden gehen doch keine so gute Idee gewesen, kam ihm plötzlich in den Sinn. Er würde wahrscheinlich keine Sekunde seine Augen von Marlène lassen können.
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